Komm, wir bauen uns ein Boot

Ranking 2017. Innerhalb kurzer Zeit hat das Startup Dalia sein Team verdoppelt. Um die Unternehmenskultur zu erhalten, haben sich die Gründer etwas Außergewöhnliches überlegt.

Es ist diese eine Sache, die seine Mitarbeiter gegenüber Bewerbern immer erwähnen: „Wir haben ein Boot gebaut.“ So erzählt es Nico Jaspers, der Gründer des Berliner Unternehmens Dalia Research. Längst gehören Extras im Job wie Kicker, kostenlose Club Mate und regelmäßige Teamevents zum Standardprogramm der deutschen Startup-Szene. Doch ein eigenes Boot – das fällt aus dem Raster. Warum macht ein Startup so etwas? Jaspers lacht: „Es ist ein bisschen, wie wenn man ein Unternehmen gründet, wir hatten Bock drauf und haben einfach mal losgelegt.“


Mit der Technik des Unternehmens lassen sich per Smartphone Umfragedaten erheben. Statt einer Werbeanzeige bekommen die Nutzer eine kurze Umfrage eingeblendet. Für Meinungsforscher oder Unternehmen kann das Startup Daten ermitteln, beispielsweise zum Erdbeben in Mexiko oder zu Burger-Vorlieben. Im Gegensatz zu anderen Methoden ist es möglich, die Daten unmittelbar zu erheben – und das in 96 Ländern.

DAS GRÜNDERSZENE-RANKING

Wir küren in diesem Jahr erneut die am schnellsten wachsenden Digitalunternehmen Deutschlands. Es werden die 50 Firmen mit dem höchsten Umsatzwachstum (CAGR) ausgezeichnet. Grundlage ist der Umsatz der Jahre 2014 bis 2016. Unser gesamtes Ranking-Magazin könnt Ihr hier herunterladen.

Das Geschäft läuft so gut, dass sich Dalia innerhalb weniger Monate von 15 auf 30 Mitarbeitern verdoppelt hat, zehn Stellen sind ausgeschrieben. „Es ist mir wichtig, bei dieser Geschwindigkeit die richtige Kultur im Unternehmen beizubehalten“, sagt Jaspers. Denn: Für sein Vorhaben braucht es spezialisierte Arbeitskräfte wie einen Data Scientist. Da ist es wichtig, dass der jeweilige Bewerber auch wirklich in das Unternehmen passt. Gleichzeitig müssen die alten Mitarbeiter mitkommen.

Und so kam Jaspers im Frühjahr auf die Idee, mit seinem Team ein Boot zu bauen. „Ich habe im Unternehmen rumgefragt, ob sie dazu wirklich Lust haben“, erzählt Jaspers. Das Floß sollte 50 Quadratmeter messen und Platz für 40 Menschen bieten, allein 1,5 Tonnen Holz hat das Dalia-Team verbaut. Entworfen wurde das Floß von dem Panther Collective, die Dalia-Mitarbeiter werkelte mit der Hilfe des Unternehmens Team Building Things an zehn Wochenenden daran. „Es ist wieder wie bei einer Gründung: Hätten wir gewusst, wie viel Arbeit das ist, hätten wir nochmal drüber nachgedacht“, erzählt Jaspers.

Dalia Research
Wachstumsrate: 572%
Gründungsjahr: 2013
Kategorie: Dienstleistung/Analyse
Website: www.daliaresearch.com

Allein das Material hat mehr als 15.000 Euro gekostet. Eine gute Investition, findet Jaspers. „Es entsteht einfach Vertrauen, wenn man zusammen an einem Floß arbeitet, du lernst die Mitarbeiter anders kennen.“ Im nächsten Frühjahr soll vielleicht für die neuen Mitarbeiter das nächste Boot gebaut werden. Seine Frau habe gesagt: „Nico, echt jetzt, da baust du jedes Wochenende an deinem blöden Floß, und jetzt willst du gleich das nächste.“ Zumindest wollen sie ihr altes Floß weiter ausbauen – und mit Pflanzen ausstatten. Dieses Projekt ist für den Berliner Gründer Nico Jaspers noch nicht zu Ende.

 
admg   

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